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drüber Nachgedacht

Duftmüllsäcke und die allwissende Glücksnuss…

Was man nicht so alles kauft, wenn man eigentlich überhaupt kein Geld hat, aber nen Parkschein für 1 Stunde gelöst und dann für das geplante Vorhaben nur 5 Minuten gebraucht hat….

Mein Plan für heute war: Eine Überweisung holen für eine Untersuchung, die morgen stattfinden soll. Eigentlich habe ich schon eine Überweisung, aber leider aus dem letzten Quartal. Die Reise begann heute Mittag in Prenzelberg und ging nach Tegel – zu meinem Diabetologen, der für Überweisungen immer meine erste Anlaufstelle ist, weil ich diesen Arzt nunmal mehrfach im Quartal aufsuche. Leider hatte ich dort mal wieder Pech – er war nicht da. (Komisch, in letzter Zeit passiert mir das öfter…)

Mein alter Hausarzt ist dort allerdings ganz in der Nähe, also fuhr ich frohen Mutes zu ihm und holte mir auch gleich eine Überweisung für den Diabetologen – dort muss ich nämlich nächste Woche wieder hin. (Da fällt mir ein, ich sollte mal wieder beginnen, meine Werte aufzuschreiben -.-) – und für den Augenarzt, wo auch bald wieder die jährliche Untersuchung ansteht. Soweit, so gut. Doch die letzte und entscheidende Überweisung stellte wohl ein Problem dar. Ich muss morgen zur Mammographie auf Grund des Verdachts meines Gynäkologen. Leider kann anscheinend nur dieser auch die Überweisung ausstellen. Ganz klasse… Mittlerweile war es schon 14 Uhr und ich hatte nicht viel Hoffnung, dass das noch klappt.

So fuhr ich weiter von Tegel nach Mitte, um für 1,90 € ein Parkticket zu lösen, ging die Treppe zum Gyn hoch und sah: Öffnungszeiten am Mittwoch – bis 13 Uhr… Och nöööö…. Tja, blöd, dass die Untersuchung morgen um 9 Uhr ist und mein liebster Lieblingsfrauenarzt seine Türen am Donnerstag erst um 12 Uhr öffnet. Nun sitze ich hier und bange nicht nur wegen des Untersuchungsergebnisses, sondern auch, weil ich nicht mal weiß, ob die mich jetzt überhaupt dran nehmen. Einen Termin für die Mammographie zu bekommen, dauert nämlich auch ein paar Tage und ich will jetzt endlich wissen, was das für ein komisches Ding in meiner Brust ist… Argh. Nun ja, wir werden sehen…

Da stehen einem doch die Haare zu berge....

Auf jeden Fall hatte ich noch jede Menge überschüssige Park-Zeit, die ich nicht einfach verschenken wollte und die es nun sinnvoll zu füllen galt. Ich entschied mich für den Besuch eines Billig-Artikel-Geschäftes (ich nahm an, dort nicht allzu viel Geld auszugeben – welch ein Selbstbetrug…). Mein Herz begehrte es nach ein paar neuen Kochlöffeln. Trennungsbedingt wollte der Küchenbestand wieder ein wenig aufgefüllt werden.

Mit folgenden Artikeln verließ ich nach ungefähr 45 Minuten dieses obskure Geschäft:

- 1 Packung Duftmüllsäcke mit Vanillegeruch (sollte jeder in seinem Haushalt haben, finde ich)

- 100 Muffinförmchen (diese Papierdinger… Man weiß ja nie, wann mal viele Gäste kommen. Wäre mal ein Grund, Muffins zu backen *g)

- 1 Stabfeuerzeug (ja DAS brauchte ich sogar wirklich. Es macht nämlich keinen Spaß, Teelichter mit dem Feuerzeug anzuzünden und sich dann entweder dabei oder beim anschließenden In-den-Teelichthalter-schmeißen zu verbrennen. Alternative: Man schmeißt zu schnell und das Teelicht geht aus. Aber ich schweife schon wieder ab…)

- 1 Packung Küchenschwämme – Inhalt 10 Stück (ich muss wahrscheinlich für den Rest des Jahres keine Schwämme mehr kaufen)

- 1 Paar Sexwürfel (Ich habe dafür übrigens nur 1,50 € bezahlt und sie nur gekauft, weils die da eben gab… Kann man ja immer gebrauchen, wenn einem mal langweilig ist. Dafür leuchten sie nicht im Dunkeln, aber was solls. Man kann nicht alles haben… - Was mich übrigens ein wenig stutzig gemacht hat, war, dass es in diesem komischen Billig-billig-billig-Laden auch Peitschen und Masken gab O_o … Berlin….)

- 1 Pizza-Schneider (zum Pizza schneiden……)

- 1 Kochlöffel (HA, ich kaufe nämlich auch das, was ich eigentlich kaufen wollte) und 1 Pfannenwender (nein, der ist nicht zum Pfannen wenden -.-)

- 1 Mikrowellen-Deckel (bald hab ich nämlich wieder ne Mikrowelle)

- 1 Packung Schokoriegel, die übrigens alle schon wieder vernichtet sind.

- 2 Stuhlkissen in blau für die versifften Balkonstühle (eigentlich mag ich blau nicht so, aber von den grünen gabs nur noch eins – wenn das kein Grund ist, blaue zu kaufen…)

 

Tja, ich würde sagen: Ein rundum zufriedenstellender Einkauf. Jetzt fehlt es mir fast an nichts mehr…

Die Würfel sagen: OHREN BERÜHREN – könnte man auch als Wahrsager-Würfel benutzen ^^ Ich werde nämlich genau das jetzt gleich tun: Mich aufs Ohr hauen. Aber vorher sei noch eins gesagt: Die Glücksnuss hat (fast) immer recht! So.

Gute Nacht.

2010 – Ost-Berlin, wir kommen; Demnächst: Anne aus Marzahn

Es steht fest: Wir werden nach Marzahn ziehen! Vielleicht wird der eine oder andere denken: Seid Ihr verrückt? Wer zieht denn freiwillig nach Marzahn? – Nun ja, wir ^^

Anfangs waren wir auch sehr skeptisch, was das Plattenbau-Gebiet im Osten (und zwar im äußersten Osten) Berlins mit dem schlechten Ruf angeht. Aber nach intensiver Internet-Recherche, 2 Marzahn-Erkundungsfahrten und unendlichen Immobilienscout-Seiten-Besichtigungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir es einfach versuchen. Wo sonst bekommt man eine 80-90 m² 4-Zimmer-Wohnung mit Zentralheizung und Balkon für 500-600 Euro warm? Gut – vereinzelt in Spandau in der sogenannten Obstallee-Siedlung, oder (aber auch hier schon teurer) im Märkischen Viertel. Aber ganz ehrlich, da verzichte ich lieber drauf, in West-Berlin zu wohnen, wenn ich dafür in ein West-Berlin-Ghetto ziehen muss.

Marzahn hat in den letzten Jahren unheimlich aufgeholt. Durch Sanierungen, Rückbauten, Begrünung der Umgebung und eine gute Verkehrsanbindung gewinnt der Bezirk unheimlich an Charme. Natürlich sieht es hier immer noch grauer und unpersönlicher aus, als beispielsweise im Grunewald oder in Alt Tegel… Aber, was viele vergessen: Marzahn ist Stadtrandlage – in 10 Minuten kann man in Brandenburg sein… Kilometerweise Fahrradtouren entlang unendlich großer Felder sind nur eine Möglichkeit. Und nicht zu vergessen der Erholungspark Marzahn mit dem Chinesischen Garten – für nur 2 Euro Eintritt kann man einen Tag wie auf einem anderen Kontinenten verbringen…

Gärten der Welt Marzahn

Gärten der Welt Marzahn

Marzahn scheint so einiges an Freizeitaktivitäten in petto zu haben und auch der Altersdurchschnitt dürfte um ein vielfaches  niedriger sein, als im Rentnerdorf Tegel. Ich bin jetzt schon gespannt darauf, mit Fabi das neue Gebiet zu erkunden :o )

Wie sind wir auf Marzahn gekommen?

Dass uns die 1 1/2 Zimmer-Wohnung hier so langsam zu eng wird, haben wir schon vor einigen Monaten beschlossen. Nur, wo sucht man sich eine größere Wohnung, wenn man nicht viel mehr Geld ausgeben möchte, oder besser gesagt KANN, als man für eben diese 1 1/2 Zimmer-Wohnung bezahlt?

Ich hab also einfach bei Immobilienscout24.de folgende Suchkriterien eingegeben:

  • 4 Zimmer
  • bis 399 € Kaltmiete (hier sind natürlich schon viel zu teure Wohnungen dabei, aber ich wollte keine verpassen)
  • mit Balkon
  • Fernheizung/Zentralheizung
  • gefliestes Wannenbad (kann man nicht eingeben, aber danach aussortieren)

Damit ich zu diesen Suchkriterien immer sofort neue Angebote bekomme, habe ich mich auf der Seite mit meiner Email-Adresse angemeldet. Und was soll ich sagen? Irgendwie habe ich immer nur die Worte Marzahn und Hellersdorf gelesen… Am Anfang war das echt deprimierend. Wir wollten doch so gerne hier im Nord-Westen Berlins bleiben, vor allem, weil Fabis gesamte Familie hier wohnt. Andererseits wohnt ja meine Familie auch 130 km weit weg, danach kann man sich eben nicht immer richten.

Nachdem tagelang immer nur Angebote in Marzahn und Umgebung kamen, fingen wir an, uns mit dem Bezirk auseinander zu setzen. Kriminalitäts-Statistiken, Zeitungs-Artikel, Anwohner-Berichte, Nachbarschafts-Bewertungen und immer wieder Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen mit immer wieder kehrenden Grundrissen, Badewannen-Fotos und immer ähnlicher wirkenden Fassaden. Das Ergebnis? Marzahn scheint gar nicht so schlecht zu sein… Es ist wohl an der Zeit, Vorurteile abzubauen.

Aber letztendlich hat sich eine Gegend immer mehr herauskristalisiert – und so stießen wir immer wieder auf einen Straßennamen: Parsteiner Ring. Ich weiß nicht warum, diese Straße sagt mir irgendwie: WOHNT HIER, ICH BRING EUCH GLÜCK!! Also habe ich immer gezielter nach diesem Stückchen Marzahn gesucht. Der Parsteiner Ring liegt unweit der Grenze zu Brandenburg, welche auf dieser Höhe der Wuhle entlang verläuft. Schulen, Tram-Haltestellen, Einkaufsmöglichkeiten (Kaufpark Eiche) und vor allem ein riesiges Stück Grün mit Bäumen, einem Berg und einem kleinen Teich – alles quasi vor der Haustür. Die Häuser sind 6-Geschosser, also auch nicht so mega hoch, wie so manch andere Marzahner Platte.

Am Tag nach Fabis Geburtstag – also gestern – haben wir dann entschlossen, Taten sprechen zu lassen. Nachdem ich zig Wohnungen bei Immobilienscout (krieg ich eigentlich ne Provision, wenn ich den Namen so oft erwähne? ^^) gespeichert hatte und diese einige Tage später schon wieder vergeben und somit gelöscht waren, beschlossen wir, zur degewo Marzahner Wohnungsbaugesellschaft zu fahren, mit dem Ziel, vielleicht bald mal eine Wohnung in echt zu besichtigen.

Die Mitarbeiterin der degewo war sehr nett und ging genau auf unsere Wünsche ein. Wen wundert es da, dass wir tatsächlich am Montag einen Besichtigungstermin für eine Wohnung im Parsteiner Ring haben?! ^^ Um 18:30 Uhr wissen wir mehr – und wir sind schon so gespannt, dass wir es kaum erwarten können. Eines ist klar: Wenn uns die Wohnung auch von innen gefällt (denn der Grundriss hat uns schon überzeugt), werden wir nicht weiter suchen, sondern haben uns schon entschieden. Die Wohnung liegt im 3. Stock des 6-Geschossers, hat eine Küche mit Fenster zum West-Balkon, das Schlafzimmer liegt zum Osten hin und die beiden kleinen Zimmer sind genau gleich groß – das heißt, jeder hat gleich viel Platz für seine Hobbies. Denn darum geht es, wir wollen uns endlich entfalten können, nicht mehr alles auf kleinstem Raum stapeln und verstauen. Endlich durchatmen und kreativ sein in den eigenen 4 Wänden.

Die Wohnung ist vom Grundriss her im Baustil WBS70. Der Preis liegt (nach einer kleinen Korrektur nach unten durch die nette Sachbearbeiterin) bei 550 € warm – und das bei einer Größe von 87,8 m². Wir würden also satte 35 ² mehr bekommen, für einen Betrag von 130 € mehr im Monat. Ich finde, das Angebot ist mehr als fair und wäre in der Gegend, wo wir jetzt wohnen, undenkbar in dieser Kombination…

Bleibt nur zu hoffen, dass die Nachbarn okay sind. Das Örtliche spuckt zur Adresse nur 4 Namen aus, die relativ nichts sagend sind. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es nicht schlimmer als mit unserer derzeitigen “Untendrunter-Mieterin” werden kann ;o)

Mal schauen, was es nach der Wohnungsbesichtigung am Montag zu berichten gibt. Es wird spannend – vielleicht wohnen wir ja schon ab Mai in Marzahn?!

Kurz vor der Wahl… Zum Nachdenken.

Enkel-Brief aus dem Jahr 1999

Lieber Franz, liebe Antonia, liebe Cäcilie!

Ich sitze auf der Terrasse unseres Mehrgenerationenhauses kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Der Himmel ist blaugrau mit rosa angestrahlten Wolken, der See spiegelglatt. Drei Fledermäuse flattern schon über die Bäume. Es ist Frieden.
Ihr, meine drei Enkelkinder, schlaft schon behütet. Ihr seid ein Teil der vier Generationen, die auf unserem Familiengrundstück gemeinsam leben. Vor mir liegen die Fotoalben aus der Zeit, in der ich so klein war wie ihr, und von der Zeit, als eure Mutter so alt war wie ihr. Welch enorme Unterschiede zur jetzigen Zeit!
Als ich zwei Jahre alt war (1943) wie Cäcilie jetzt, war Krieg. Wir waren aus Berlins Zentrum, unserem Zuhause, evakuiert worden aufs Land, in den Warthegau. Kurz danach wurden wir ausgebombt. So gut wie alles, was wir besessen hatten, war weg. Auch alle Fotos unserer Familie. lch habe jetzt nur zusammengesammelte Reste von der Verwandtschaft vor mir.
In Antonias Alter erlebte ich Flucht und Kriegsende, Rückkehr nach Berlin, Noteinquartierung in anderthalb Zimmer, Klo unter der Treppe im Hausflur. Beginn mit nichts.
Als ich acht Jahre alt war, wie es Franz jetzt ist, wurde Deutschland durch das Entstehen zweier Staaten, der Bundesrepublik und der DDR, für Jahrzehnte gespalten. Wir waren im Osten.

All die frühen Jahre meiner Kindheit waren geprägt durch relative Not, durch Dürftigkeit und Bescheidenheit, wie sie in der Nachkriegszeit allgemein üblich war, aber zugleich auch durch große Hilfsbereitschaft innerhalb der Familie, des Freundeskreises, starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und große Freude an vielen kleinen Dingen. Die Improvisation, die Fantansie war gefordert bei den jämmerlichen Verhältnissen, wenn man es sich schön machen wollte. Fastnacht feierte die ganze Familie als “Lumpenball” – und da fiel jedem ein “Kostüm” ein! Und was für eine tolle Freude war es, als unsere Verwandtschaft für uns wieder ein altes Klavier aufgetrieben hatte – euer Urgroßvater war nämlich Pianist.
Diese Art des Lebens hat mich maßgeblich geprägt: Freude am Kleinen, Teilhabenlassen anderer – und dadurch Zufriedenheit. Das Wirtschaftswunder erreichte uns in Ostberlin und Ostdeutschland nicht. Es ging für uns sehr bescheiden aufwärts.
Als eure Mutter geboren wurde (1969), stand die Mauer in Berlin schon acht Jahre. Deutschland war nun wirklich so gespalten, dass wir Ostler Westdeuschland und sogar Westberlin nur noch von fern sehen, aber nicht erreichen konnten.
Wir lebten weiß Gott nicht in wirtschaftlicher Not, aber in genügsamen Verhältnissen, wie sie die DDR der Siebzigerjahre prägten. Improvisation war wieder gefordert, ob beim Wohnungsrenovieren, beim Wasserhahninstandhalten, bei der Ausgestaltung von Feiern oder dem Erwerb passender Geschenke – das war stets eine kleine Problembewältigung, die zur Befriedigung und Freude führte, wenn man sie schließlich gepackt hatte. Und wenn die Westpakete mit abgelegten Anziehsachen für Kinder oder Eltern kamen, war Frohsinn angesagt: es wurde anprobiert und sortiert, die Reste bekam die Bekanntschaft, die sich ebenso freute. Also auch damals wuchsen die Anspruchsbäume nicht in den Himmel. Und dazu kam, dass der politische Druck uns, unsere Verwandtschaft und unsere Freunde, die allesamt dem System sehr skeptisch gegenüberstanden, zu einer Art kleiner Notgemeinschaft zusammenschweißte. Unsere “Nischen”, zum Beispiel die Berliner Domkantorei, in der fast alle Familienmitglieder und viele unserer Freunde jahrzehntelang mitsangen, gaben uns menschliche, geistliche und künstlerische Heimstatt, Freude und Zufriedenheit – trotz aller widrigen Umstände. Oder vielleicht auch wegen aller widrigen Umstände?
Und da sind wir bei dem springenden Punkt.
Ihr, meine Enkelkinder, seid nach der “Wende” geboren, hineingeboren in das wieder geeinte Deutschland – eine tolle Zeit, ein großes Glück!

Wir konnten uns zum Beispiel gemeinsam ein Mehrgenerationenhaus bauen auf unserem Familien-Wochenendgrundstück, das wir schon dreißig Jahre besitzen. Doch der Bau eines Hauses lag immer jenseits unserer Möglichkeiten. Jetzt geht eben Vieles. Ihr seid schon in etliche Länder Europas gereist, nach denen wir uns Jahrzehnte gesehnt haben. Ihr bringt mit zwei, drei Jahren eure Lieblings-CDs zum Klingen, mít acht Jahren sitzt ihr am Computer und holt euch jedwede Informationen oder macht Spiele, wo in meiner Kinderzeit nur Geschichten erzählt und Lieder gesungen wurden, wo eure Mutter sich an einer Handvoll Schallplatten für Kinder jahrelang erfreut hat – und noch heute freut (zum Beispiel “Weihnachtsgans Auguste” oder die “Geschichten-Lieder” von Lakomy). Oder: Massen von Videos und x Fernsehprogramme jetzt statt unserer stummen Super-8-Märchenfilme, die wir beim Gucken erklären mussten. Oder: Gestaltung von Kindergeburtstagsfeiern mit irrsinnig vielen Geschenken fürs Geburtstagskind und gleichzeitig unzähligen “Preisen” für die Gäste. Oder: Süßigkeíten. Oder: Kleidung. Wir sind eine Konsumgesellschaft mit enormem Anspruchsdenken geworden. Und wir brauchen das “richtige Maß” dafür!
Ich wünsche euch ganz viel Gutes. Aber gerade deswegen wäre es mir manchmal lieber, die vielen, vielen Angebote wären beschränkter, die “Versuchung” hielte sich in Grenzen. Denn das richtige Maß zu finden, ist offenbar schwer. Durch die Wende, scheint mir, sind wir Ostler von einem Extrem ins andere gefallen und haben eben das richtige Maß, das wir brauchen, wieder verfehlt.
Beispiel: Wir wollten die Freiheit des Wortes, der Meinungsäußerung, weil in der DDR jeder kritische Ansatz unmöglich war. Jetzt kann jeder so gut wie alles sagen – auch das übelste Zeug oder den größten Mist. Das ist sein Recht. Für mich wird die gewünschte “Freiheit des Wortes” damit geradezu ins Gegenteil verkehrt. Und so geschieht es in vielen Bereichen unserer Gesellschaft.
Ja, liebe Enkelkinder, manchmal denke ich schon so wie eure Urgroßmutter kurz vor ihrem Tod: “Es ist gut, dass ich mein Leben in dieser Zeit nicht mehr vor mir habe …” Ich weiß, das ist keine optimistische Botschaft. (Ich denke es ja auch nur manchmal.) Und eigentlich müssten wir nach fünfzig Jahren Demokratie ohne Krieg in Deutschland – und insbesondere wir Ostdeutschen nach zehn Jahren freiheitlicher Gesellschaft in der Bundesrepublik – hoch zufrieden sein, noch dazu am Anfang des neuen Jahrtausends im sich vereinigenden Europa. Alles richtig – trotzdem habe ich wegen des Verlustes des richtigen Maßes große Bedenken.
Wie kann man da helfen in dieser Zeit? Als erstes kommt das bewährte, erprobte Rezept aus DDR-Zeiten: Tue, was du für richtig hältst, in deiner Familie, in deinem Freudeskreis, deinem Kollegenkreis. Lebe das richtige Maß vor!

Als evangelische Christen hatten wir damals in der DDR durch unsere Gemeinden und durch unsere Kirche den festen Grund für dieses richtige Maß. lch wünschte es mir auch für euer Leben!
Wie übt man die bescheidenere, nicht so auf Anspruchsbefriedigung und Spaß orientierte, verantwortungsbewusstere Lebensart ein? Ganz schlicht erst mal in der Familie, im engeren Umfeld. Ein Mehrgenerationenhaus, wie wir es jetzt haben, ist dazu sehr gut geeignet. Und wenn wir alle gemeinsam im Sommer wieder nach Rumänien zu unseren Verwandten fahren, wird aus eigenem Erleben und eigener Anschauung ganz selbstverständlich deutlich, dass sich mit wesentlich weniger “Ausstattung” auch ein erfülltes Leben führen lässt.
Und jetzt schreibt mal eure Politik-Oma: Für unsere Gesellschaft hier brauchen wir zum Einüben günstigere Rahmenbedingungen. Es wäre schön, wenn es uns besser als bisher gelänge, aus unseren Städten und Dörfern “integrierte Sozialgemeinden” zu machen. Was meine ich damit? Ärmere und Reichere, Behinderte und Gesunde, Alte und Junge, Benachteiligte und Bevorzugte leben dicht zusammen und die Kinder lernen schon im Kindergarten, selbstverständlich miteinander auszukommen, natürlich sich auch auseinanderzusetzen – aber sich eben auch gegenseitig zu helfen. Und sie lernen verantwortlich zu handeln!
Wenn uns das im Kleinen gelingt, ist mir auch um das Ausstrahlen, das Weitergeben dieser wichtigen Erfahrung nicht bange – zum Beispiel nach Rumänien, zum Beispiel nach Osteuropa. Und da sind wir dann schon beim Ausbau einer starken Europäischen Union, die ihr unbedingt braucht, um sicher im neuen Jahrhundert leben zu können.

Nun ist es völlig dunkel geworden bei uns am See. Jetzt schlafen nicht nur die Jüngsten, sondern auch die Alten. Und friedlich ist es immer noch.
Hoffentlich noch sehr lange – auch für euch, meine Enkel.

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Gefunden auf der Seite http://www.regine-hildebrandt.de

In stillem Gedenken an die Politikerin, von der sich so einige große Partei-Chefs nicht nur eine Scheibe abschneiden sollten… Die Hoffnung stirbt zuletzt; ich glaube an Wiedergeburt – hoffentlich bald!

Stop eating animals

Ich bin ja selbst Fleischfresser (nicht übermäßig viel, aber auf ne ordentliche Currywurst oder meinen Döner könnte ich eben nicht mein Leben lang verzichten – geschweige denn, auf ein leckeres Schnitzel ^^). Aber letztens hab ich wirklich mal ne coole Botschaft gefunden, die man erst auf den 2. Blick erkannt hat:

Pink Action in Berlin Mitte

Es war am 15.06.2009 als ich sie das erste Mal sah: Völlig in Pink gekleidete Menschen grölten irgendwelche für mich unverständlichen Parolen und liefen pfeifend mit lustigen Accessoires bekleidet die Behrenstraße entlang, in Richtung Bebelplatz (weiter kann ich aus meinem Bürofenster nicht gucken). Aber ich hab Sie erwischt:

Bildungsstreik

Bildungsstreik in Farbe und bunt ^^

Ich war schon traurig, dass ich diese lustigen Figuren weder verstanden, noch vernünftig auf ein Foto bekommen hab. Aber siehe da, am nächsten Tag kamen sie wieder *hihi* (Bilder sind klickbar zum Vergrößern)

Endlich konnte ich auch lesen, was sie da auf Ihrem lustigen Plakat zu stehen hatten: “PINK ACTION”. Okay, das hat mir auch nichts weiter gesagt. Also zu Hause gleich mal gegooglet. Leider kann man nicht viel dazu finden, aber immerhin hab ich in Erfahrung gebracht, dass die Pink Action Gruppen im Zusammenhang mit dem Bildungsstreik stehen. Hier ein Blog dazu, den ich gefunden hab:

Pink Action

Wenn jemand mehr Informationen zu der ganzen Sache hat, immer her damit :o ))

Unwetter, wo bist du denn?

Heute hab ich extra eher Feierabend gemacht, 14.30 Uhr schon. Im Fernsehen haben sie morgens etwas von dicken Hagelkörnern, Sturm und mächtigen Regenschauern gesagt. Dazu gab es Bilder von überfluteten Kellern in Westdeutschland zu sehen und der Wettermann hat eindrucksvoll die Wetterkarte präsentiert: Deutschland mit einem breiten Gürtel aus Unwetter und schwüler Hitze. Okay, die Hitze kam. Kurz geregnet hat es auch und ein kleines Lüftchen hat man auch ab und zu gespürt. Aber das war jetzt das Unwetter? Oder kommt das schlimmste noch… Na, ich bin gespannt…

Durch die S-Bahn-Ausfälle in Berlin füllen sich übrigens erwartungsgemäß alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel zunehmend. Selbst morgens in der Endhaltestelle wird es schon schwierig, noch einen einzelnen Sitzplatz zu bekommen… Bin mal gespannt, wie das aussieht, wenn die Ferien- und Urlaubszeit vorbei ist… Im Moment ist es ja noch regelrecht harmlos – man wird immerhin noch nicht ganz so sehr an die Scheibe gedrückt, morgens gegen 8 Uhr im U-Bahnhof Friedrichstraße :o D

Ach, übrigens:

Anne hat am 6. Juli 2009 um 21:35 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 15 Tage 23 Stunden 31 Minuten 38 Sekunden rauchfrei,
hat in dieser Zeit 319 Zigaretten nicht geraucht, 63,80 Euro gespart
287,1 Milligramm Nikotin und 3 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
1 Tag 2 Stunden 35 Minuten RauchFrei-Zeit gewonnen.

Hehe… Bis bald :o )

4 Tage, 13 Stunden und 53 Minuten rauchfrei…

Ich hab’s bisher wirklich durchgehalten!! Juhuuuuuu. Die ersten Tage waren nicht leicht für mich, aber die Phasen, in denen ich nicht ans rauchen denke, werden schon länger. Leider könnt ich den ganzen Tag nur essen und mein Zucker, der immer tiefer wird, lädt noch zusätzlich dazu ein… Meine morgendlichen Lungenschmerzen sind leider noch nicht weg. Im Moment fühle ich mich vom Atmen her sogar, als hätte ich gerade ‘ne ganze Schachtel Zigaretten auf einmal geraucht. Ich hoffe, ich bin gesund – mach mir doch immer so schnell Gedanken um meine Gesundheit und was ich alles haben könnte… Also weg mit den schlechten Gedanken!!!

Gestern war ich mit Fabis Bruder Robert beim MK-Treffen. Nur ca. 1 1/2 Stunden, aber es war schön. Ich habe mal einen Fotografen aus 2007 wieder getroffen, was mich sehr gefreut hat und Robert und ich haben uns eine Pizza Tonno geteilt. Mein Zucker hat die Pizza sogar gut verarbeitet.. Naja, wie schon erwähnt, seit ich nicht mehr rauche, ist mein Zucker sehr niedrig. Hätte nie gedacht, dass rauchen den Insulinbedarf so stark verändert. Aber was anderes kann es nicht sein, schließlich ist das die einzige Veränderung… Hm… Na ich werde das mal beobachten und berichte wieder.

Jetzt esse ich erst mal was.

Ich habe einen Entschluss gefasst…

Im Moment sitze ich mit dem Rest einer Zigarette vor meinem Laptop und schreibe diesen Blog. Gleich werde ich sie ausmachen und versuche jetzt schon, mir einzureden, wie eklig rauchen eigentlich ist. So, jetzt ist sie aus. Das war sie – hoffentlich – meine letzte Zigarette. Ich will nicht mehr. In den letzten Stunden habe ich mich mal wieder über diabetische Folgeschäden belesen. Als ob ich nicht schon längst wüsste, wie schädlich rauchen ist und wie sehr es Spätschäden begünstigt. Bisher hab ich es trotzdem nicht geschafft, die Glimmstängel liegen zu lassen.

Mein längster Aufhör-Versuch hat 9 Monate gedauert. Ich habe mich nach einigen Wochen der nervigen Entwöhnung gut gefühlt. Habe anfangs Nikotinpflaster benutzt, von denen mir schlecht geworden ist und für jede Zigarette ein Glas Wasser getrunken. Mit der Zeit hat sich mein Hautbild verbessert, meine Finger waren weniger gelb, ich hatte kaum bis keine Magenbeschwerden, weniger Kopfschmerzen und habe alles immer besser gerochen und geschmeckt. Trotzdem habe ich den Fehler gemacht und wieder angefangen. Das ist jetzt schon wieder 2 Jahre her. Ich hasse mich dafür, dass ich wieder angefangen habe. Folgende Aufhör-Versuche haben nicht mal einen Monat angehalten. Der letzte nicht mal 2 Tage.

Doch jetzt will ich es schaffen. Einfach so. Obwohl ich mir heute erst wieder eine Schachtel gekauft habe. Aber die kann Fabi aufrauchen – er will nicht aufhören. Okay, dass macht es mir doppelt schwer. Zigaretten haben mich lange in meinem Leben begleitet. Ich verbinde leider viele gute Zeiten damit. Und auch das Wissen, dass ich durch das Nichtrauchen Geld spare und wahrscheinlich länger lebe, macht es mir nicht leichter. Ich bin schwach. So schwach, dass ich im Augenblick schon wieder eine rauchen könnte, obwohl die letzte gerade mal 5 Minuten aus ist.

Zur Zeit rauche ich ca. 20 Zigaretten am Tag. Lange hat es nicht gedauert, bis ich wieder so weit war. Am Wochenende war die Hochzeitsfeier von Freunden. Dort haben wir zu zweit an einem Tag an die 3 Schachteln gekillt. Das geht so nicht weiter. Anne, du darfst keine Zigaretten mehr kaufen!! Hörst du mich?????? – Okay, die Selbstgespräch-Phase setzt früh ein. Trotzdem. 5 Minuten habe ich schon ausgehalten :o D Kleinvieh macht auch Mist. Die erste Zeit wird mir sau schwer fallen. Ich weiß das, hab’s schon oft genug durch. Warum quält man sich eigentlich so lange und fängt dann wieder an, um sich Monate später wieder auf’s Neue zu quälen? Warum bildet man sich tatsächlich ein, dass man mal EINE rauchen kann, wenn man’s eine Weile geschafft hat? Wie naiv bin ich eigentlich? Ich bin doch eine intelligente Frau!

Also, los geht’s. Auf in eine neues, qualmloses Leben! Ab jetzt.

Als erstes werde ich mir wieder das Programm KickNic runterladen. Das zählt automatisch mit, wie lange man nicht mehr raucht und wie viel Geld man spart. Ist doch ein Anreiz, oder? Also, ich habe heute, am 06.07.2009 um 21:35 Uhr  beschlossen, Nichtraucher zu werden. Ganz spontan. Nicht wie sonst, Wochen vorher geplant und am Abend vorher nochmal ordentlich gepafft. Nix ist. Jetzt muss ich stark sein. Ohne große Vorbereitung.

Statt Zigaretten gibts wieder Wasser. Und das erste Glas Zigaretten-Wasser wird jetzt getrunken. Ich schaff das auch alleine. JA, ICH KANN ES SCHAFFEN!!!!!

Wenn der erste Tag geschafft ist, melde ich mich wieder. Auf Arbeit wird es am härtesten, wir haben mehr Raucher als Nichtraucher in der Gruppe. Aber ich habe schon einen Plan. Da ich keine Zigaretten mitnehme, kann ich nicht rauchen. Ich werde aber mitgehen zum Rauchen und mich einfach dazustellen. Quasi als Ersatzritual einfach 5 Minuten draußen stehen und wirklich FRISCHE LUFT schnappen ;o)

Drückt mir bloß alle die Daumen, dass es klappt!!!!!

Wat so war…..

Aaalsoooooo… Womit fang ich an? Okay, der letzte Beitrag ist vom März… Los geht’s:

18.-25.03.2009 – Köln, Aachen, Holland und Belgien

Am 18.03. ging unsere Fahrt nach Köln los. Endlich konnten wir wieder die liebe Babs und ihren Freund Jens besuchen!! Über die Mitfahrzentrale fanden wir eine nette Mitfahrerin, die bereit war, 30 € zu zahlen. So kostete uns die Hinfahrt nur halb soviel… Die Fahrt selbst dauerte 6 Stunden – ziemlich anstrengend, aber das Wetter hielt und wir machten 2 Pausen zwischendrin. So war es auszuhalten…

Leider ging es Babs nicht gut und sie lag im Krankenhaus. So war nach dem Sachen auspacken unsere erste Amtshandlung ein Besuch unserer Patientin. Leider geht es ihr bis heute nicht viel besser, was mir ziemlich Sorgen macht – aber das muss hier nicht weiter ausgebreitet werden. Auf jeden Fall drück ich dir weiter die Daumen, meine Süße – ich denk jeden Tag an dich!!!

Am Freitag wurde Babs jedenfalls entlassen und so folgten noch ein paar schöne Tage, die wir zu viert verbringen konnten :o ) So waren wir in der Stadt unterwegs, haben gemütliche Fernsehabende verbracht, Jens hat lecker gekocht, wir haben selbst Pizza gemacht – also der perfekte Urlaub :o )

Am Montag war dann ein geplantes Foto-Shooting mit esrul – mit dem ich vor 2 Jahren das erste mal geshootet hab. Damals war er auf Geschäftsreise in Berlin und wir haben lustige Bilder im Putzfrauen-Outfit gemacht ^^ Also am Montag sind wir dann nach Aachen gefahren. Die Route zum Studio hatte ich schon zu Hause in Berlin ausgedruckt. Und am Sonntag haben Babs und ich alles vorbereitet. 3 Outfits mit entsprechendem Make up und Accessoires. So gut war ich noch nie zu nem Shooting vorbereitet *g* Wir haben sogar zusammen ein Kleid aus Alufolie entworfen, was Babs am Shootingtag auch perfekt umgesetzt hat! Bilder davon gibts später, ich hab noch keins bearbeitet ^^

Leider hab ich in Studios immer keine Posing-Ideen. Irgendwie ist die Atmosphäre im Studio so kalt, man hat nix, mit dem man arbeiten kann und so geht leider meine Kreativität flöten. Gott sei Dank hat esrul einen guten Blick für Portraits und Babs und Fabi haben mir ganz viele Posen vorgeturnt, so dass es doch letzten Endes ein gelungenes Shooting wurde. Hier ein Bild, was bei diesem Shooting entstanden ist. Das Make up hat natürlich die wundervolle Babs gezaubert:

Beauty Shooting mit Esrul

Beauty Shooting mit Esrul

Bei fürchterlichem Regen sind wir dann wieder zurück nach Köln gefahren, um noch bei IKEA vorbei zu schauen – HOT DOGS!!!!!!!!!!!!! Ich liebe die IKEA-Hot Dogs… Das sind die besten Hot Dogs, die ich jemals im Leben gegessen habe… Leider krieg ich auch immer ne Unterzuckerung, nachdem ich die Dinger verspeist habe… Sollte wirklich mal dazu kein Insulin geben und erstmal 2 Stunden später schauen, um wie viel mein Zucker ansteigt, damit ich endlich weiß, wie viele BE’s son IKEA-Hot Dog hat… *denk*

Erschöpft sind wir dann gegen 23 Uhr wieder zu Hause bei Babs und Jens angekommen… Das war ein Tag… Und schon ging es auch auf den letzten vollen Tag in Köln zu. Die Zeit vergeht immer wie im Fluge, wenn wir dort sind… Ist wohl immer so, wenn’s schön ist. Hm…

Für den Dienstag haben wir uns was ganz besonderes vorgenommen. An einem Tag waren wir gleich in 2 unterschiedlichen Ländern, undzwar in Holland (oder auch Niederlande) und Belgien!! Von Köln aus ist das nur einen Katzensprung entfernt. War echt toll, mal andere Länder zu sehen, wenn auch nur kurz. Ist schon witzig. Ich war ja vorher nie im Ausland – von Polen zum Tanken und Zigaretten holen und Tschechien (1 Tag mit meiner damaligen Klasse zum Shoppen) mal abgesehen. Leider habe ich schon im Auto komische Bauchschmerzen bekommen und mir war fast den ganzen Tag schlecht :o ( (Warum hab ich eigentlich immer was??? Werd ich wohl nie erfahren…)

Nichts desto trotz haben wir uns in Maastricht erstmal einen Parkplatz gesucht und sind durch die Altstadt geschlendert. Die haben wirklich eine schöne Architektur dort und interessante Läden. So gibt es zum Beispiel ganz witzige, quietschbunte Süßigkeitenläden. Hab ich in Deutschland in der Art noch nicht gesehen… Dort hab ich auch 2 riesige Lollies gekauft – braucht man ja vielleicht mal für ein Shooting ;o) Und eine Tüte voll allem möglichen Süßkram, den man sich selbst zusammenstellen konnte. Da sind zum Beispiel so silberne Kügelchen dabei – die schmecken nach Cola. Ziemlich lecker, aber man sollte nicht draufbeißen – HART!! Leider hält die Farbe nicht lange. Wenn man das nächste Mal in den Spiegel guckt und den Mund aufmacht, ist die Kugel schon weiß :o (

Ein lustiges Taxi in Holland

Ein lustiges Taxi in Holland

Nach einem leckeren Tee und noch ein wenig Altstadt-Bummeln haben wir uns dann auf den Weg ins nächste Land gemacht – Belgien. Wusstet Ihr, dass Belgien nicht nur tolle Pralinen, sondern auch die Pommes Frites erfunden hat? Leider haben wirs jedoch verpeilt, ein paar echte Belgische Pommes zu essen. Aber war ja auch schon abends mittlerweile. Auch dort sind wir durch enge Gassen spaziert und haben uns vor allem von der Architektur bezaubern lassen. Nach einem letzten Kaffee in einer süßen kleinen Bar, entschieden wir uns, den Tag zu beenden und fuhren wieder zurück. Das war bestimmt nicht der letzte Besuch in diesen Ländern. Und das nächste Mal werden wir uns mehr Zeit nehmen, um die Gegend zu erkunden :o )

Das grüne Kreuz zeigt in Belgien eine Apotheke an

Das grüne Kreuz zeigt in Belgien eine Apotheke an

So siehts aus in Belgien

So siehts aus in Belgien

Dämmerung in Belgien

Dämmerung in Belgien

Leider fanden wir für die Rückfahrt nach Berlin keinen Mitfahrer – ich hatte die Anzeige zu spät ins Internet gestellt. Auch das Wetter war nicht sehr berauschend. Anscheinend war da oben auch jemand so traurig wie wir, dass die schöne Zeit schon wieder vorbei war…

Zurück in Berlin – Fabis Leistenbruch-OP

Am Tag nach der Rückfahrt mussten wir schon früh aufstehen. Fabi hatte ja schon seit langem einen Leistenbruch und nun auch die Vermutung, dass er sich einen 2. zugezogen hatte (wahrscheinlich beim Silvester-Shooting mit Marcello, als er mich auf den Schultern hatte :o ( Oh man…). Der 26.03. war der Tag der Voruntersuchung. Wie vermutet, ertastete der Arzt auf beiden Seiten einen Bruch. OP-Tag war der 27.03. und so gingen wir nach dem kurzen Krankenhausaufenthalt (okay, es dauerte dann doch ca. 4 Stunden, bis wir wieder draußen waren :o /) noch ein wenig einkaufen.

Auch am nächsten Tag klingelte der Wecker wieder recht früh. Um 8.00 Uhr sollten wir im Ambulanten Zentrum des Humboldt-Klinikums sein. Wenigstens liegt es gleich bei uns um die Ecke, so war die Fahrt nicht lang… Ich denke wir waren beide schon sehr nervös – ich auf jeden Fall. Auch meine Bauchschmerzen machten sich mal wieder ziemlich heftig bemerkbar. Im Ambulanten Zentrum hieß es mal wieder: warten, warten, warten…

Fabi bekam dann irgendwann ein Bett, musste das lustige OP-Hemdchen nebst Netz-Schlüppi anziehen und sich hinlegen. Später bekam er dann schon mal 2 Tabletten, die ihn beruhigen sollten und so langsam eindösen ließen. Ich blieb tapfer neben ihm sitzen, bis er abgeholt wurde. Das dauerte allerdings noch eine ganze Weile. Zwischenzeitlich kam noch eine Schwester rein, die seinen Bauch rasieren wollte und war völlig begeistert, dass er das schon selbst erledigt hatte :o D Und noch ein bisschen später bekam er noch sexy Thrombose-Strapse.

Apropos Thrombose… Am Abend vor der OP musste sich Fabi selbst eine Thrombose-Spritze setzen… Lest hierzu seinen Blog und/oder schaut sein Video:

Klickedieklack

Da gibt es dann übrigens auch noch mehr Neuigkeiten zu seinem Heilungsprozess, der OP, usw. zu lesen :o )

Zurück zum OP-Tag: Exakt um 11:27 Uhr (ja, das hab ich mir gemerkt!!) wurde Fabi samt Bett abgeholt und zum OP geschoben. War schon ein komisches Gefühl, ihn so wegfahren zu sehen. Es gab noch ein Abschiedsküsschen und mir ist nichts besseres eingefallen, als ihm “viel Spaß” zu wünschen :o P Ich hab dann erstmal seine Sachen in der Station, auf der er dann liegen sollte, vorbei gebracht und mich erkundigt, wie lange denn so eine Leistenbruch-OP wohl dauert. War schon ziemlich erschrocken, als die was von 14:00 Uhr erzählten… Fabis Hausärztin meinte irgendwas von 20 Minuten… Aber gut.

Ich bin dann also erstmal wieder nach Hause gefahren und hab mir – mehr schlecht als recht – versucht, die Zeit zu vertreiben. Kurz vor zwei fuhr ich dann wieder hin, um zu sehen, ob Fabi schon zurück war. War er aber nicht. Auf Nachfrage meinte ein Pfleger, er sein noch im OP. Mir blieb fast das Herz stehen. In meiner bekannt ängstlichen Art befürchtete ich gleich das schlimmste und dachte, bei der OP sei was schiefgelaufen. Kurz darauf revidierte der Pfleger aber seine Aussage und meinte dann: “Herr Marschelewski scheint schon im Aufwachraum zu sein. Nehmen Sie sich doch was zu trinken und setzen sich dort hin.”

Gesagt, getan. Ich saß also mal wieder da und wartete… Und hoffte, dass alles gut gegangen war… Um 14:20 Uhr kam dann überraschender Weise Robert – Fabis Bruder – auch in der Station an und setzte sich zu mir. So warteten wir gemeinsam weiter. 14:44 Uhr war es dann endlich soweit. Eine Schwester schob den noch leicht benebelten Fabi samt Bett in unsere Richtung: “So, da haben Sie Ihren Herrn Marschelewski wohlbehalten wieder zurück. Ich schieb ihn noch in sein Zimmer und dann können Sie zu Ihm.” Puh… Endlich :o )

Am Sonntag wurde er dann auch schon wieder entlassen – ich lass jetzt mal die Erzählungen vom Besuchen und alleine zu Hause schlafen weg.. Der Beitrag ist eh schon so lang ^^ So konnten wir Fabis Papa überraschen, der seinen Geburtstag an diesem Tag gefeiert hatte.

Mittlerweile geht es Fabi schon etwas besser, er kann auch schon wieder ein bisschen besser laufen. Nur mit dem schwer heben wirds wohl noch ein paar Monate dauern…

Bauchschmerzen…

Ich hatte ja vorhin schon erwähnt, dass ich in Köln seltsame Bauchschmerzen hatte. Diese hatten sich auch wieder verstärkt, als Fabi ins Krankenhaus kam… Durchfall kam dazu und unglaubliche Krämpfe, gefolgt von Phasen, in denen es einfach nur unterschwellig weh tat – den ganzen Tag. Am Samstag – Fabi war noch im Krankenhaus – hielt ich die Schmerzen kaum noch aus. Ich saß allein zu Hause, mit einer Kanne Schafgarben-Tee und dem Heizkissen auf dem Bauch. Vor Verzweiflung rief ich Fabi an, der mich dann dazu ermutigte, mal wieder die Rettungsstelle aufzusuchen. Gesagt, getan. Ich fuhr also abends gegen 23:00 Uhr in die Notaufnahme, krümmte mich mal wieder vor Schmerzen, bezahlte brav meine 10 € Praxisgebühr und wurde auf ein Bett verfrachtet. Es folgte eine Blutuntersuchung, gefolgt von einer Urinuntersuchung. Alles okay – wie immer. Ich bekam einen Schmerztropf mit Novalgin und Buscopan und Fabi hatte sich von seiner Station aus durchs ganze Krankenhaus zu mir gequält, um mir Gesellschaft zu leisten. Soo lieb von ihm!!

Tja, nachdem der Tropf durchgelaufen war, wurde ich dann auch wieder entlassen. Keiner weiß mal wieder was ich hab und auf dem Arztbrief ist natürlich auch mal wieder meine Angststörung mit erwähnt… Jetzt schieben sie wohl alles auf meine Psyche… Naja, die Bauchschmerzen hielten noch eine Woche an, dann waren sie kaum noch da. Ich hatte dann erfreulicher Weise auch noch Zwischenblutungen bekommen – die ich mir aber damit erkläre, dass durch den Durchfall wohl die Pille nicht mehr richtig gewirkt hat. Und jetzt hab ich meine Tage und wieder Bauchschmerzen ;o/ Naja, bald sind se ja hoffentlich vorbei. Kopfschmerzen hab ich in letzter Zeit auch wieder häufiger… Ich bin so ein Jammerlappen……… O_o

Geburtstag und die allgemeine Lebenserwartung von Diabetikern

Dies ist jetzt das letzte Thema, was ich noch behandeln werde… Dann hab ich ja auch schon wieder nen halben Roman geschrieben…

Vorgestern war mein Geburtstag. Mein schönstes Geschenk war, als Fabi mich mit “Happy Birthday” singender Weise geweckt hat. Er hatte über Nacht überall in der Wohnung kleine pinke Zettelchen mit Geburtstags-Glückwünschen angebracht… Das war soooooo süß – hat noch nie jemand für mich gemacht =)

Auf Arbeit habe ich von der Chefin persönlich einen riesigen bunten Frühlingsstrauß geschenkt bekommen… Ich liebe ja Frühlingsblumen… Frühling ist echt meine absolute Lieblingsjahreszeit – wahrscheinlich, weil ich im Frühling geboren bin ^^ Alles blüht, die Vögel zwitschern und am schönsten ist es, wenn es langsam wieder wärmer wird. Endlich wieder kurze Sachen anziehen und die Stimmung hebt sich!!

Am Abend bin ich dann noch mit Robert und Fabi zum Inder gegangen und hab die beiden zum Essen eingeladen. Ich hab nen leckeren Cocktail getrunken. Der hat ganz schön reingehauen ;oD Alles in allem wars ein gelungener Tag und im Internet wie auch per Telefon haben mir viele liebe Menschen gratuliert, was mich sehr gerührt hat :o )

Leider war gestern dafür nicht unbedingt mein Tag. Irgendwie hatte ich beim Aufstehen schon Kopfschmerzen. Dann hab ich aufm Laptop gesehen, dass da Seiten über die Lebenserwartung von Diabetikern offen waren und letztendlich bin ich auch noch völlig unterzuckert… Das mit der Lebenserwartung hatte ich bisher immer völlig verdrängt – erfolgreich. Denn das Thema Tod ist für mich emotional sehr aufwühlend… Ich habe so große Angst vor meinem Tod und auch vor dem von mir geliebten Menschen, dass ich kaum drüber sprechen mag, weil mir immer gleich die Tränen kommen und ich mich gar nicht mehr einkriege… So auch gestern.

Ich weiß, dass Fabi sich nicht im Internet über die Lebenserwartung von Diabetikern informiert hat, weil er ein dickes Erbe erwartet ;oD Und auch sicherlich nicht, um mich damit zu beunruhigen, oder Angst zu verbreiten… Wir haben auch ne ganze Weile über das Thema gesprochen. Bzw. er hat am meisten gesprochen und ich hab geheult… Aber wir haben auch besprochen, dass wir gemeinsam etwas tun werden, um meine Lebensdauer zu verlängern (laut Statistik leben wohl Diabetiker, die schon so früh wie ich erkrankt sind, ca. 20 Jahre kürzer, als Nichtdiabetiker).

Mein Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, ist dank der Einnahme der Pille und des Rauchens etwa neun mal so hoch, wie bei einem gesunden Nichtraucher, der alternativ verhütet. Super oder? Also schwebt jetzt die Idee im Raum, die Pille abzusetzen und mit dem Rauchen aufzuhören. Den Zucker kann ich ja leider nicht loswerden… Das wär auch zu schön, um wahr zu sein….

Auf jeden Fall hat Fabi mir versprochen, mich noch mehr bei meiner Krankheit zu unterstützen. Und er hat sich auch über gesündere Ernährung informiert… Und gestern hat er ganz lecker gekocht!! Womit hab ich nur so einen liebevollen Mann verdient??? Fabi, ich liebe dich wirklich über alle Maßen und ich möchte für immer mit dir zusammen bleiben. Mit deiner Hilfe schaff ich es auch bestimmt, so alt zu werden, wie du ^^ Ganz sicher!!

Fabi und ich am 07.04.09

Fabi und ich am 07.04.09

So wenig Geld und noch so viel Monat…

Oh Gott, heute ist erst der 6.3.2009 und ich hab nur noch 198,11€ aufm Konto…. O_O Okay, die Kosten für Miete, Versicherungen und die BVG sind schon bezahlt. Aber es sind noch 3 Wochen, bis es wieder Geld gibt und wir wollen in 10 Tagen nach Köln fahren *heul*. Das geht ja schon fast fürs Benzin drauf :o (((

Ich hoffe so sehr, dass Fabi bald irgendwas findet, um wieder ein bisschen Geld zu verdienen… Oder ich muss mir nen Nebenjob suchen. Nur was? Vor allem bekommen wir ja grad (wenn auch nicht viel) Hartz IV – also würde uns das eh erstmal wieder angerechnet werden. Und wenn wir keinen Anspruch mehr haben, müsste Fabi wieder seine Krankenversicherung selbst bezahlen… Das heißt also, wieder 130,00 € mehr Ausgaben im Monat… Ich geh kaputt…

Am besten, ich schlaf dieses Wochenende einfach durch, dann kann ich kein Geld ausgeben ^^

Nun ja, das zur derzeitigen finanziellen Situation. Gesundheitlich gehts mir derzeit recht gut. Bei Fabi wurde festgestellt, dass seine Schilddrüse viel zu klein ist. Wahrscheinlich muss er jetzt lebenslänglich Tabletten nehmen. Aber das ist ja das kleinste Übel…

Meine Probezeit auf der Arbeit hab ich am 18.2. bestanden. Jetzt läuft also mein 2-Jahres-Vertrag noch bis zum 30.6.2010. Immerhin etwas.

Mehr gibts im Moment auch nicht zu berichten… Ich grüße noch Julia, meine beste Freundin, die heute Geburtstag hat!! Alles Gute, Süße!!! :o )

Und jetzt mach ich erstmal einen kostenlosen Mittagsschlaf… Gute Nacht!